Österreich – Slowenien – Italien — September 2026

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Inhaltsverzeichnis

  1. Der Weg ist das Ziel: Von den Alpen zu den Kräutern Tirols
  2. Grenzüberschreitendes Bike-Abenteuer im Jasna-Tal
  3. Über den Wolken: Der Vršič-Pass und das smaragdgrüne Soča-Tal
  4. Giganten der Unterwelt und die uneinnehmbare Felsenburg
  5. Hauptstadt-Flair und die unberührte Hirtenkultur
  6. Vom Kürbisland zum Wellness-Glück am Neusiedlersee
  7. Die grosse Planänderung: Zurück ins Herz Sloweniens
  8. Heimwärts über Italien: Dolce Vita und das grosse Finale
  9. Routen- & Kilometerauswertung im Detail

1. Der Weg ist das Ziel: Von den Alpen zu den Kräutern Tirols

Das Abenteuer beginnt am 12. September in St. Gallen. Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude im Auto ist greifbar. Unser Ziel ist Slowenien, doch wir haben uns fest vorgenommen, bereits die Anreise zu einem Teil des Urlaubs zu machen. Die Strasse führt uns hinein in die majestätische Bergwelt Österreichs. Unser erster Etappenstopp liegt idyllisch in Brandenberg in Tirol.

Als wir auf dem traditionellen Kräuter-Bauernhof ankommen, schaltet der Kopf sofort auf Urlaubsmodus. Die Luft riecht nach frischem Heu und wilden Kräutern, die Gastgeber empfangen uns mit herzlicher Tiroler Gastfreundschaft. Nach der Fahrt tut die absolute Ruhe hier oben unheimlich gut. Wir schlafen mit dem leisen Läuten von Kuhglocken im Hintergrund ein – die perfekte Mischung aus ländlicher Idylle und erster echter Entspannung.

Wilde Schluchten und idyllische See-Ruhe

Am nächsten Morgen lockt uns das Abenteuer. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschieden wir uns vom Kräuterhof und steuern das erste grosse Highlight an: die Seisenbergklamm in Weissbach bei Lofer. Schon beim Betreten der Klamm fasziniert uns die Urgewalt der Natur. Über Jahrtausende hat sich das Wasser hier tief in den Fels gefressen. Wir wandern auf hölzernen Stegen direkt über den tosenden Wassermassen, während die Felswände links und rechts so nah beieinanderstehen, dass kaum Sonnenlicht den Boden berührt. Ein tief beeindruckendes Naturschauspiel, das uns staunen lässt.

Voller neuer Eindrücke fahren wir am Nachmittag weiter bis nach Saalfelden. Für die Nacht haben wir uns ein ganz besonderes Plätzchen ausgesucht: den Campingplatz Theurerhof. Der Platz ist klein, herrlich unaufgeregt und liegt direkt an einem idyllischen kleinen See. Wir schlagen unser Lager auf, setzen uns mit einem kühlen Getränk ans Ufer und schauen zu, wie sich die umliegenden Berggipfel im spiegelglatten Wasser spiegeln. Während die Sonne langsam hinter den Gipfeln versinkt, spüren wir sie wieder ganz deutlich: diese perfekte Balance aus dem Abenteuer des Tages und der tiefen Entspannung des Abends. Morgen geht es weiter Richtung Slowenien…

2. Grenzüberschreitendes Bike-Abenteuer im Jasna-Tal

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von der idyllischen Seestimmung in Saalfelden. Vor uns liegt die Etappe nach Slowenien. Die Strassen schlängeln sich höher, die Gipfel der Julischen Alpen rücken immer näher ins Bild. Unser Ziel für die nächsten drei Nächte ist das charmante Kranjska Gora, genauer gesagt das Jasna Chalet Resort direkt am smaragdgrünen Jasna-See. Als wir ankommen, sind wir sprachlos: Die Holzhütten spiegeln sich im glasklaren Wasser, im Hintergrund ragen die wilden, hellen Kalksteinfelsen empor. Das ist unsere perfekte Basis für die kommenden Tage – ein Ort, an dem Abenteuer und Luxus-Entspannung nahtlos verschmelzen.

Die kommenden Tage gehören komplett unseren Mountainbikes (MTB). Wir satteln die Räder und erkunden die Region aus eigener Muskelkraft.

Die Highlights rund um Kranjska Gora per Mountainbike:

  • Das smaragdgrüne Auge von Zelenci: Unsere erste Tour führt uns zum unberührten Naturreservat Zelenci. Der hölzerne Steg führt uns direkt an das Quellbecken. Das Wasser ist so intensiv grün und klar, dass man bis auf den Grund sehen kann, wo kleine Unterwasserquellen den Sand unablässig aufwirbeln. Ein fast magischer, stiller Ort.
  • Gänsehaut im Sportzentrum Planica: Von der Ruhe der Natur schalten wir um auf Adrenalin und sportliche Giganten. Wir biken ins berühmte Nordische Zentrum Planica. Vor den riesigen Skisprungschanzen – allen voran der legendären Flugschanze Letalnica bratov Gorišek – zu stehen, ist atemberaubend. Man schaut ehrfürchtig nach oben und zieht den Hut vor jedem, der sich hier hinabstürzt.
  • Grenzenlos zu den Laghi di Fusine: Das absolute Highlight unserer Biketouren führt uns über die Grenze nach Italien. Die Wege leiten uns zu den Laghi di Fusine (Weissenfelser Seen). Die beiden Alpenseen liegen eingebettet in dichte Wälder direkt am Fusse des mächtigen Mangart-Massivs. Das Wasser schimmert in allen Nuancen von Türkis bis Tiefblau. Wir stellen die Mountainbikes ab, geniessen die friedliche Stille und die kühle Bergluft, bevor es mit Rückenwind zurück nach Slowenien geht.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch das gemütliche Zentrum von Kranjska Gora selbst zu erkunden, durch die Gassen zu schlendern und die slowenische Gastfreundschaft bei gutem Essen zu geniessen. Nach den aktiven Stunden auf dem Sattel fühlt sich das Nachhausekommen in unser Resort am Jasna-See jedes Mal an wie pure Erholung. Die Beine brennen ein bisschen, aber der Kopf ist frei.

3. Über den Wolken: Der Vršič-Pass und geschichtsträchtige Stille

Am Morgen des vierten Tages verabschieden wir uns von Kranjska Gora. Vor uns liegt eine der spektakulärsten Strassen Sloweniens: die Fahrt über den Vršič-Pass. In 50 Haarnadelkurven schraubt sich die Strasse unaufhaltsam nach oben auf über 1600 Meter über Meer. Jede Kehre gibt einen neuen, noch atemberaubenderen Blick auf die schroffen, hellen Zacken der Julischen Alpen frei. Ein echtes fahrerisches Abenteuer!

In einer der unteren Kehren legen wir einen emotionalen Zwischenstopp ein: Wir besuchen die Russische Kapelle (Ruska kapelica). Die kleine, filigrane Holzkirche liegt fast versteckt im dichten Wald am Strassenrand. Sie wurde von russischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg erbaut, um an ihre Kameraden zu erinnern, die hier von einer Lawine verschüttet wurden. Die Stille an diesem Ort, unterbrochen nur vom Rauschen der Bäume, bildet einen berührenden, andächtigen Kontrast zur wilden Bergfahrt.

Das smaragdgrüne Wunder des Soča-Tals

Sobald wir die Passhöhe hinter uns gelassen haben, tauchen wir ein in das magische Soča-Tal. Und dann sehen wir sie zum ersten Mal: die Soča. Ihr Wasser leuchtet so intensiv smaragdgrün und türkis, dass es fast unwirklich erscheint.

Unser nächster Stopp führt uns zu den Velika korita Soče, den grossen Soča-Trögen. Hier hat sich der Fluss einen Weg durch eine bis zu 15 Meter tiefe und teilweise nur wenige Meter breite Kalksteinschlucht gebahnt. Wir balancieren über die hölzernen Hängebrücken und blicken tief hinab auf das wild schäumende, kristallklare Wasser, das sich durch die engen, glatt gewaschenen Felswände presst. Ein Naturkunstwerk, das uns komplett in seinen Bann zieht. Die Kombination aus der wilden Gischt und der Ruhe des umliegenden Waldes ist Entspannung für die Seele.

Zum krönenden Abschluss dieses ereignisreichen Tages zieht es uns noch tiefer in den Süden des Tals zur Tolminer Klamm (Tolminska korita). Es ist der tiefste Punkt des Triglav-Nationalparks. Hier wandern wir durch eine mystische, feucht-kühle Welt aus überhängenden Moosfelsen. Die Highlights wie der „Teufelskopf“ – ein riesiger, zwischen den Felswänden eingeklemmter Stein – und die schwindelerregende Teufelsbrücke, die sich hoch über der Schlucht spannt, setzen dem Tag die Krone auf.

Die Reise ins Landesinnere: Ankunft im Hotel Jama

Nach den spektakulären Eindrücken in der Tolminer Klamm lassen wir das smaragdgrüne Soča-Tal langsam hinter uns. Die Landschaft verändert sich, die wilden Schluchten weichen den sanfteren, bewaldeten Hügeln des slowenischen Karsts. Unser Tagesziel liegt im Herzen dieser geschichtsträchtigen Region: das Hotel Jama in Postojna.

Als wir am späten Nachmittag einchecken, spüren wir sofort, dass wir an einem ganz besonderen Ort gelandet sind. Das Hotel liegt direkt im Park der berühmten Höhle und bietet nach der langen Fahrt genau den Komfort, den wir jetzt brauchen. Nach dem abenteuerlichen Tag im Nationalpark geniessen wir die entspannte Atmosphäre, lassen bei einem guten Abendessen die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren und tanken Kraft für das nächste grosse Highlight, das direkt vor unserer Haustür wartet.

4. Giganten der Unterwelt und die uneinnehmbare Felsenburg

Der nächste Morgen steht ganz im Zeichen von Entdeckergeist und Staunen. Wir betreten die weltberühmten Höhlen von Postojna (Postojnska jama). Das Abenteuer beginnt spektakulär: Eine kleine Untertage-Bahn bringt uns tief hinein in das kilometerlange Höhlensystem. Der Fahrtwind ist kühl, die Dimensionen sind gigantisch. Als wir aussteigen und die Hallen zu Fuss erkunden, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Jahrtausende alte Stalaktiten und Stalagmite formen bizarre Skulpturen, riesige Säulen ragen empor und die „Erleuchtung“ der riesigen Säle ist einfach magisch. Ein absolutes Naturwunder, das uns tief beeindruckt – und ein faszinierender Kontrast zu den sonnigen Berggipfeln der Vortage.

Wieder zurück im Tageslicht fahren wir nur ein paar Kilometer weiter zu einem architektonischen Meisterwerk: der Burg Predjama (Predjamski grad). Schon beim ersten Blick stockt uns der Atem. Die Burg klebt buchstäblich mitten in einer über 120 Meter hohen, senkrechten Felswand und verschmilzt perfekt mit der dahinterliegenden Höhle. Es ist die grösste Höhlenburg der Welt. Beim Erkunden der alten Gemäuer, der Geheimgänge und der Wehrgänge spürt man förmlich die Legenden rund um den Raubritter Erasmus von Jakobs, der hier einst den Belagerern trotzte.

Dieser Tag hat uns gezeigt, wie eng Abenteuer und die Mystik der Geschichte in Slowenien beieinanderliegen.

5. Hauptstadt-Flair und die unberührte Hirtenkultur

Nach den faszinierenden Eindrücken der Unterwelt von Postojna zieht es uns wieder in die Natur. Unser Ziel ist das beschauliche Camping Dolsko, östlich von Ljubljana gelegen. Der Platz empfängt uns mit einer wunderbar familiären und ruhigen Atmosphäre – genau der richtige Rückzugsort, um nach den vielen Kilometern auf der Strasse tief durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen.

Am nächsten Morgen tauschen wir die Wanderschuhe gegen Sneakers und machen uns auf den Weg in die slowenische Metropole Ljubljana. Die Stadt zieht uns sofort in ihren Bann. Sie ist grün, lebendig und unglaublich entspannt. Wir schlendern entlang des Flusses Ljubljanica, überqueren die berühmten Drei Brücken (Tromostovje) und lassen uns treiben. Überall wird gelacht, in den Cafés am Ufer geniessen die Menschen das Leben. Nach einem Aufstieg zur Burg, die majestätisch über der Stadt thront und uns einen fantastischen Rundblick schenkt, lassen wir den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen. Zurück auf dem Campingplatz Dolsko geniessen wir noch eine weitere, herrlich ruhige Nacht unter dem Sternenhimmel.

Das Plateau der Hirten und die Fahrt über die Grenze

Am nächsten Tag packen wir unser Lager zusammen. Vor uns liegt ein Ort, der schon lange auf unserer Wunschliste steht. Wir steuern die Talstation der Velika Planina an. Die Seilbahn bringt uns schlagartig in eine völlig andere Welt. Als wir oben aussteigen, verschlägt es uns fast die Sprache: Vor uns erstreckt sich eine der wenigen noch erhaltenen, hochalpinen Hirtensiedlungen Europas.

Die traditionellen Holzhütten (koče) mit ihren charakteristischen, tief gezogenen Schindeldächern ducken sich sanft in die hügelige, sattgrüne Landschaft, während im Hintergrund die schroffen Gipfel der Steiner Alpen aufragen. Wir wandern auf den schmalen Pfaden zwischen den Hütten hindurch, atmen die würzige Höhenluft ein und spüren eine tiefe, fast zeitlose Ruhe. Es fühlt sich an wie eine Zeitreise – ein magischer Moment der Entspannung inmitten rauer Bergwelt.

Doch das Abenteuer ruft uns weiter. Wieder im Tal angekommen, setzen wir unsere Fahrt fort. Unser Weg führt uns Richtung Norden zur österreichischen Grenze. Wir überqueren den geschichtsträchtigen Radlpass, wo sich die Strasse noch einmal in schönen Kurven windet, und erreichen schliesslich die Südsteiermark. In Eibiswald schlagen wir auf dem herrlich originellen Ölspur Camping unser Lager auf. Umgeben von der steirischen Hügellandschaft lassen wir den Tag ausklingen – das Kürbiskernöl liegt hier sprichwörtlich in der Luft.

6. Vom Kürbisland zum Steppenfee-Wellness am Neusiedlersee

Nach einer erholsamen Nacht im steirischen Eibiswald rollen die Räder am nächsten Morgen wieder Richtung Nordosten. Unser Ziel für die kommenden Tage verspricht Entspannung in ihrer reinsten Form: die St. Martins Therme & Lodge am Rande des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel im Burgenland.

Als wir ankommen, spüren wir sofort, wie der Puls nach unten fährt. Die Lodge liegt eingebettet in eine einzigartige, fast endlose Steppenlandschaft direkt an einem hauseigenen Badesee. Hier schalten wir für die nächsten drei Tage komplett auf Wellness-Auszeit. Wir lassen uns im herrlich warmen, thermalen Wasser treiben, schwitzen in den Saunen mit Blick auf die Schilfgürtel und geniessen es in vollen Zügen, einfach mal nichts tun zu müssen. Die Anspannung der letzten Reisetage fällt wie von selbst von uns ab.

Auf Safari im Seewinkel: Unsere kleine Birdwatching-Tour

Obwohl die Entspannung im Fokus steht, packt uns an einem der Tage doch noch einmal die Entdeckerlust – schliesslich liegt eines der bedeutendsten Vogelparadiese Europas direkt vor unserer Zimmertür. Wir schliessen uns einer kleinen Birdwatching-Tour an.

Ausgerüstet mit Ferngläsern und Spektiven ziehen wir mit einem Ranger los in den Nationalpark. Die flachen Salzlacken und weiten Wiesen des Seewinkels sind erfüllt vom Rufen und Zwitschern tausender Zugvögel, die hier im September auf ihrer Reise nach Süden Rast machen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie elegant sich Graureiher, seltene Watvögel und stolze Greifvögel in die Lüfte erheben. Diese stille, achtsame Naturbeobachtung hat ihre ganz eigene, fast meditative Dynamik – eine wunderbare Ergänzung zu den faulen Stunden in der Therme.

Nach drei Tagen im sonnigen Burgenland sind unsere Batterien wieder randvoll aufgeladen. Die Haut ist weich vom Thermalwasser, die Köpfe sind voller wunderschöner Naturbilder.

7. Die grosse Planänderung: Zurück ins Herz Sloweniens

Nach den erholsamen Tagen am Neusiedlersee schlagen wir eigentlich die Richtung Heimat ein. Wir fahren westwärts und wählen als nächstes Etappenziel das idyllische Purgstall an der Erlauf in Niederösterreich. Am nächsten Morgen steht hier wieder Naturgenuss auf dem Programm: Wir erkunden die Erlaufschlucht. Der Weg führt uns vorbei an tiefen Felsschluchten, bizarren Gesteinsformationen und dem wildromantischen Flussbett der Erlauf. Ein wunderschöner, kraftvoller Ort, der uns noch einmal tief durchatmen lässt.

Doch beim Wandern durch die Schlucht schleicht sich ein Gedanke in unsere Köpfe, der uns keine Ruhe lässt: Wir waren so nah dran und haben die weltberühmte Škocjan-Höhle verpasst!

Kurzerhand werfen wir alle ursprünglichen Pläne über den Haufen. Das ist die Freiheit des Reisens! Statt weiter nach Westen zu steuern, drehen wir um und fahren zurück nach Slowenien. Unser erstes Etappenstopp auf diesem spontanen Roadtrip ist der gemütliche Camping Keček in Maribor. Nach dem Aufbauen des Lagers nutzen wir den restlichen Tag, um Maribor zu erkunden. Wir schlendern durch die charmante Altstadt, spazieren an der Drau entlang und bewundern die Stara Trta – den mit über 400 Jahren ältesten edlen Weinstock der Welt. Slowenien hat uns wieder, und es fühlt sich verdammt gut an!

Edle Rösser und die Kathedrale der Unterwelt

Am nächsten Tag setzen wir unsere Fahrt fort. Unser Ziel ist der geschichtsträchtige Südwesten des Landes. Wir checken im Hotel Maestoso in Lipica ein. Das Hotel fasziniert uns sofort mit seinem modernen, eleganten Design, das perfekt auf das Thema Pferdezucht abgestimmt ist. Natürlich lassen wir uns den Besuch des weltberühmten Gestüts Lipica nicht entgehen. Es ist die Wiege der edlen Lipizzaner-Pferde. Wir spazieren vorbei an den historischen Stallungen und den weiten, grünen Weiden, auf denen die eleganten weissen Pferde grasen – ein Bild voller Anmut und friedlicher Eleganz.

Am nächsten Morgen schlägt dann endlich die Stunde für das Highlight, für das wir diesen riesigen Umweg in Kauf genommen haben: die Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame).

Schon nach den ersten Schritten in der Höhle wissen wir, dass jede zusätzliche Meile im Auto es wert war. Während Postojna uns mit feinen Stalaktiten verzaubert hat, raubt uns Škocjan mit seinen monumentalen Dimensionen den Atem. Wir wandern durch die gigantische unterirdische Schlucht, tief unter uns tost der unterirdische Fluss Reka. Als wir die schwindelerregende Cerkvenik-Brücke überqueren, die sich fast 50 Meter hoch über dem Fluss spannt, fühlen wir uns wie in einem Fantasy-Film – eine wahre „Kathedrale der Unterwelt“. Dieses UNESCO-Weltnaturerbe ist das absolute emotionale Ausrufezeichen unserer Reise.

8. Heimwärts über Italien: Dolce Vita und das grosse Finale

Nach dem überwältigenden Erlebnis in den Škocjan-Höhlen blicken wir auf den Kalender und merken: Unsere Zeit ist nun leider um. Doch statt Wehmut überwiegt die Dankbarkeit für all die ungeplanten Wunder der letzten Wochen. Wir treten die finale Heimreise an und wählen – wie von Anfang an gehofft – die Route durch Italien. Die Autobahn führt uns vorbei an Triest und Venedig, quer durch die Po-Ebene nach Westen.

Als letzten Zwischenstopp vor den Alpen haben wir uns ein echtes Juwel ausgesucht: den wunderschönen Lago d’Iseo. Weit weniger überlaufen als der Gardasee, empfängt uns der See mit einer herrlich authentischen, italienischen Ruhe. Wir schlagen unser Lager auf dem Camping Cave direkt am Ufer auf. Am Abend sitzen wir mit einer echten italienischen Pizza und einem Glas Wein direkt am Wasser. Die Lichter der kleinen Orte am gegenüberliegenden Ufer spiegeln sich im See, die warme Abendluft schmeckt nach Sommer und Dolce Vita. Es ist der perfekte, entspannte Abschluss für eine Reise, die als alpines Abenteuer begann.

Das grosse Finale: Über den San Bernardino zurück nach St. Gallen

Am nächsten Morgen brechen wir zur allerletzten Etappe auf. Vor uns liegt die majestätische Kulisse der Schweizer Alpen. Die Route führt uns vorbei am Comer See und hinein ins Graubünden. Statt den Tunnel zu nehmen, entscheiden wir uns für das fahrerische Finale: die Fahrt über den San Bernardino Pass.

Auf der Passhöhe auf über 2000 Metern über Meer legen wir noch einen kurzen Stopp ein. Die kühle, klare Bergluft holt uns schlagartig zurück in die Heimat. Wir blicken zurück auf die Serpentinen und lassen die Reise im Kopf noch einmal Revue passieren: die duftenden Kräuterhöfe in Tirol, die wilden Mountainbiketouren in Kranjska Gora, die magisch-türkisfarbene Soča, die gigantischen Höhlenwelten, die spontane Kehrtwende quer durch Österreich und Slowenien, das Wellness-Glück am Neusiedlersee und schliesslich die Pizza am Lago d’Iseo.

Als wir am Nachmittag schliesslich wieder in St. Gallen einfahren und das Auto parken, wissen wir: Das war kein gewöhnlicher Urlaub. Es war ein echtes Roadtrip-Abenteuer, geprägt von maximaler Freiheit, spontanen Entscheidungen und der perfekten Dosis Erholung. Schön, wieder zu Hause zu sein – aber die Sehnsucht nach der Strasse bleibt.

9. Routen- & Kilometerauswertung im Detail

Hier findet ihr die Übersicht über die reine Fahrtstrecke (ohne die Ausflüge vor Ort mit dem MTB) von Station zu Station:

EtappeVon ➔ NachUngefähre Distanz
Etappe 1St. Gallen ➔ Brandenberg (Tirol)ca. 260 km
Etappe 2Brandenberg ➔ Seisenbergklamm ➔ Saalfeldenca. 103 km
Etappe 3Saalfelden ➔ Kranjska Goraca. 207 km
Etappe 4Kranjska Gora ➔ Vršič-Pass ➔ Soča-Tal ➔ Tolminca. 82 km
Etappe 5Tolmin ➔ Postojna (Hotel Jama)ca. 85 km
Etappe 6Postojna ➔ Camping Dolskoca. 66 km
Etappe 7Dolsko ➔ Velika Planina ➔ Radlpass ➔ Eibiswaldca. 257 km
Etappe 8Eibiswald ➔ St. Martins Therme (Neusiedlersee)ca. 277 km
Etappe 9Neusiedlersee ➔ Purgstall an der Erlaufca. 201 km
Etappe 10Purgstall (Planänderung!) ➔ Maribor (Camping Keček)ca. 280 km
Etappe 11Maribor ➔ Lipica / Škocjan-Höhlenca. 210 km
Etappe 12Škocjan ➔ Italien ➔ Lago d’Iseo (Camping Cave)ca. 360 km
Etappe 13Lago d’Iseo ➔ San Bernardino Pass ➔ St. Gallenca. 290 km
GesamtReine Fahrtstrecke des Roadtripsca. 2’678 km

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